Hamburg möchte sich um Olympische und Paralympische Spiele bewerben. Diese Bewerbung geht weit über den Sport hinaus. Sie ist ein strategisches Zukunftsprojekt für die Stadt Hamburg und ihre Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten.
Bewerbungskonzept: Nachhaltig und mit langfristigem Nutzen
Insgesamt prägt Nachhaltigkeit das Bewerbungskonzept: Es wird nichts neu gebaut nur für Olympia. Die Wettkämpfe finden überwiegend in bestehenden Sportstätten statt (76 Prozent). 24 Prozent werden temporär errichtet und anschließend teilweise in Hamburger Stadtteilen weitergenutzt. Das Olympische und Paralympische Dorf zieht in die bereits geplante „Science City Hamburg Bahrenfeld“ ein. Investiert wird nur dort, wo ein langfristiger Mehrwert entsteht. Zum Beispiel in den Ausbau der Infrastruktur: Hamburg will zur barriereärmsten Metropole Deutschlands werden.
Olympia wirkt als Beschleuniger für bestehende Projekte
Die Bewerbung bündelt und beschleunigt bestehende Vorhaben in der Stadt und stärkt Hamburg dauerhaft – durch moderne Mobilität, barrierefreie Infrastruktur, moderne Sportstätten und einen Fokus auf die „Olympische Generation“, die mit Sport, Bewegung und Begegnung aufwachsen soll. Das ausgegebene Ziel: Alle Hamburger Schulkinder sollen ein verlässliches Angebot von fünf Stunden Bewegung pro Woche erhalten. Paralympische Spiele fördern Inklusion und Teilhabe. Dadurch verbindet die Bewerbung wirtschaftliche Vernunft mit gesellschaftlicher Verantwortung und bietet eine echte Zukunftschance für Hamburg.
Wirtschaftliche Bedeutung für den Standort Hamburg
Olympische und Paralympische Spiele werden zunehmend auch als wirtschafts- und strukturpolitisches Projekt betrachtet. Für Hamburg ergeben sich daraus strategische Chancen.
Laut einer Studie des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) löst jeder im Sport erwirtschaftete Euro zusätzliche wirtschaftliche Aktivitäten aus und generiert insgesamt rund 2,4 Euro Wertschöpfung in anderen Branchen wie Tourismus, Medien, Handel, Gesundheitswirtschaft oder Veranstaltungswirtschaft.
Diese Effekte unterstreichen auch internationale Erfahrungen: Bei den Olympischen und Paralympischen Spielen in Paris 2024 lag der bilanzierte Netto-Wirtschaftseffekt beispielsweise bei 7,1 Milliarden Euro. Die Spiele in Paris dienen auch hinsichtlich der Finanzierung als Vorbild: Bei den Spielen 2024 in Paris wurde u.a. durch Ticket-Einnahmen, Lizenzen, Partnerschaften ein Gewinn von 76 Millionen Euro beim Durchführungsbudget erzielt. Erste Kalkulationen des DOSB gehen davon aus, dass auch in deutschen Bewerberregionen die Durchführungskosten durch Einnahmen gedeckt werden können. Überschüsse fließen in den Sport in Hamburg.
Die Spiele als langfristiger Standortvorteil
Olympische und Paralympische Spiele stärken Handel, Handwerk, Industrie, Hafen und Tourismus und erhöhen zugleich die internationale Sichtbarkeit Hamburgs.
Notwendige Investitionen im Rahmen der Spiele fließen in (Sport-) Infrastruktur, Mobilität, Barrierefreiheit – zahlen sich also nachhaltig aus. Zudem hat sich die Bundesregierung klar zu ihrer finanziellen Verantwortung für Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland bekannt. Neben Hamburg bewerben sich München, Berlin und die Region Rhein-Ruhr. Entscheidet sich Hamburg gegen eine Olympia-Bewerbung, fließen die Investitionen in eine andere Region.
Damit sind Olympische und Paralympische Spiele aus ökonomischer Perspektive vor allem eines: eine Investition in die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Hamburg.