arrow-left arrow-right nav-arrow Login close contrast download easy-language Facebook Instagram Telegram logo-spe-klein Mail Menue Minus Plus print Search Sound target-blank X YouTube
Inhaltsbereich

Aktuelles

generiert mit ChatGPT
10.11.2025 | Aus dem Distrikt

Stellungnahme zur geplanten Unterbringung in der Tangstedter Landstraße 81

Der Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel (FOLAG) hat sich Anfang November erneut mit der geplanten öffentlich-rechtlichen Unterkunft in der Tangstedter Landstraße 81 beschäftigt. Als SPD sehen wir selbstverständlich die Notwendigkeit, geflüchtete und schutzbedürftige Menschen in Hamburg gut und menschenwürdig unterzubringen.

Gleichzeitig ist es uns wichtig, dass dies sozial verträglich, transparent und gemeinsam mit dem Stadtteil geschieht. In der Stellungnahme hat unsere Bezirksfraktion daher mehrere Punkte deutlich gemacht, die für Langenhorn wichtig sind und die wir im weiteren Verfahren berücksichtigt wissen wollen.

1. Kommunikation: Langenhorn ernst nehmen

Wir begrüßen die Arbeit der Behörden, aber wir erwarten künftig:

  • dass Hinweise und Erfahrungen aus der Bezirkspolitik nicht nur zur Kenntnis, sondern ernsthaft einbezogen werden,
  • dass Probleme offen angesprochen und gemeinsam gelöst werden,
  • dass das umfangreiche Erfahrungswissen aus Langenhorn aktiv genutzt wird – im Interesse der Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort und der Menschen, die neu zu uns kommen.

Unterbringung ist kein reiner Verwaltungsakt, sondern ein sozialer Prozess. Er gelingt nur, wenn man die Menschen mitnimmt.

2. Der Stadtteil braucht soziale Infrastruktur – für alle

Langenhorn hat über viele Jahre überdurchschnittlich viele Geflüchtete aufgenommen. Wir erwarten deshalb, dass der Stadtteil endlich auch die soziale Unterstützung erhält, die er braucht. Dazu gehören:

  • die soziokulturelle Nutzung im Erdgeschoss des Gebäudes – verbindlich und zeitnah,
  • das Haus der Jugend am Eberhofstieg bis spätestens Sommer 2028,
  • ein Ersatzbau für das Lernschwimmbecken in räumlicher Nähe zum jetzigen Standort,
  • eine soziale Infrastruktur, die mit dem Stadtteil mitwächst, besonders wenn erneut Familien und Kinder hinzukommen.

3. Die geplante Unterkunft: Größe, Lage, Belastung

Wir halten den geplanten Standort und die geplante Größenordnung für problematisch:

  • Langenhorn hat bereits mehr als seinen Anteil an Unterbringung geleistet – und ist an einer Belastungsgrenze angekommen.
  • Rund um den Langenhorner Markt kommt es zunehmend zu Konflikten zwischen verschiedenen Gruppen. Wir begrüßen daher die Forderung Streetworker, die mit Erwachsenen arbeiten, als Ergänzung zur Polizei.
  • Die geplanten Räume der Unterkunft sind zu klein. Wir erwarten: Prüfung einer Reduzierung der Kapazitäten, größere Zimmer, die Mindestanforderungen erfüllen und menschenwürdig sind.

Außerdem: Es braucht das klare Signal, dass keine weiteren Unterkünfte in Langenhorn geplant werden und dass bestehende Hotelunterbringungen bis spätestens Ende 2027 geschlossen werden.

4. Transparente Belegung und Fokus auf Familien

Wir schlagen vor:

  • Schwerpunkt auf geflüchtete Frauen mit Kindern bzw. auf kleine Familien,
  • transparente Infos zur Belegung mindestens sechs Monate vor Eröffnung,
  • bei alleinstehenden Männern: sozialverträgliche Lösungen, um Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen.

5. Integration besser organisieren

Für eine gelingende Integration erwarten wir:

  • einen Runden Tisch mit F&W und lokalen Akteuren,
  • frühzeitigen Austausch über Abläufe, Regeln und Erwartungen.

6. Gebäude & Zugänge verbessern

Damit der Standort gut funktioniert, begrüßen wir die Forderung der Bezirksfraktion:

  • eine Verlegung des Haupteingangs nach hinten, um Lärm und Ansammlungen im Sommer zu vermeiden,
  • mehr Privatsphäre für die Bewohnerinnen und Bewohner,
  • gute Erreichbarkeit der sozialen Träger im vorderen Bereich des Gebäudes.

7. Kinder und Bildung: Nur mit ausreichenden Kapazitäten

Wichtig ist uns:

  • eine gerechte Verteilung der Kinder auf die umliegenden Kitas und Schulen,
  • keine Vergrößerung von Gruppen und Klassen,
  • ggf. Neugründung von Gruppen/Klassen mit ausreichendem Personal.

Unser Fazit

Langenhorn ist ein sozialer, hilfsbereiter Stadtteil – und er bleibt es. Aber dafür braucht es faire Rahmenbedingungen, gute soziale Infrastruktur, echte Beteiligung und transparente Entscheidungen. Wir wollen eine Unterbringung, die sowohl den Menschen in der Unterkunft als auch den Menschen im Stadtteil gerecht wird.